Wartungsheft Ratgeber

Auto-Wartungsplan: Welche Intervalle sind wirklich nötig?

23.09.2026

Das Wichtigste vorweg: Die verbindlichen Intervalle für dein Auto stehen in der Serviceanleitung des Herstellers oder zeigt die Serviceanzeige im Cockpit an. Allgemeine Zahlen aus dem Internet ersetzen das nicht. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Intervalle funktionieren und welche Richtwerte der TCS und der ADAC nennen.

Zeit oder Kilometer: was zuerst eintritt

Ein Service wird entweder nach einer bestimmten Fahrleistung oder nach einer bestimmten Zeit fällig, je nachdem, was zuerst eintritt. Steht im Serviceplan «zwei Jahre oder 30'000 Kilometer», ist der Service spätestens nach zwei Jahren fällig, auch wenn du viel weniger gefahren bist (ADAC). Der Grund: Verschleiss entsteht auch, wenn das Auto steht.

Viele Hersteller bieten feste oder flexible Intervalle an. Flexible Intervalle passen die Fälligkeit an Fahrweise und Bedingungen an und lohnen sich eher für Vielfahrer; feste Intervalle eher bei wenig Kilometern und schonender Fahrweise (ADAC). Leuchtet die Serviceanzeige, vereinbare zeitnah einen Termin. Und auch nach Ablauf der Garantie gehört das Auto laut TCS regelmässig nach Herstellerangaben in die Werkstatt (TCS).

Richtwerte für einzelne Arbeiten

Reifen

Batterie und Scheibenwischer

Die Batterie sollte ab dem vierten Jahr einmal jährlich auf ihre Leistung geprüft werden (TCS), ein Austausch ist üblicherweise nach drei bis sechs Jahren fällig (ADAC). Wischerblätter halten etwa ein Jahr. Wer mit abgenützten Wischern fährt, riskiert laut TCS den Vorwurf der Grobfahrlässigkeit (TCS).

Darf ich in die freie Garage, ohne die Garantie zu verlieren?

Ja. Seit dem 1. Januar 2024 gilt in der Schweiz die Kfz-Verordnung des Bundesrats (AGVS). Sie verbietet Abreden, die Gewährleistung oder Herstellergarantie davon abhängig machen, dass Wartungen nur in zugelassenen Werkstätten gemacht werden (Verordnung, Art. 4). Die Ausnahme: Die Arbeiten wurden fehlerhaft ausgeführt (Erläuterungen WEKO).

Wichtig ist aber, dass die Intervalle eingehalten und belegt sind. Die Garantiebedingungen der AMAG etwa setzen voraus, dass alle Servicearbeiten nach Vorgabe erledigt und eingetragen wurden; sonst ist der Garantiegeber befreit, ausser du weist nach, dass das Versäumnis den Schaden nicht verursacht hat (AGB Garantie AMAG). Manche Zusatzleistungen wie die Mobilitätsgarantie verlängern sich nur beim Markenpartner. Der TCS rät darum, das Auto zumindest in den ersten Jahren beim Markenvertreter warten zu lassen (TCS).

Der Beleg zählt

Ob Markengarage oder freie Werkstatt: Im Garantiefall und beim Verkauf zählt der Nachweis. Das Serviceheft ist laut TCS massgebend bei der Abklärung von Garantieansprüchen (TCS). Bewahre darum jede Werkstattrechnung auf und notiere Datum und Kilometerstand. Was in den Rechnungen steht, erklärt der Ratgeber Werkstattrechnung verstehen.